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Kevin testet … den Zipp 3ZERO Moto 27,5" Tubeless Boost Laufradsatz (mit TyreWiz)

Das Gelände ist ein relativ neues Metier für Zipp. Der Spezialist für Leichtbau stattete bis dato ausschließlich Rennräder aus, seit dieser Saison gehören endlich auch Laufräder für Mountainbikes zum Programm. Bekanntlich ist Zipp Teil der Firmenfamilie von SRAM, und es wird nicht verwundern, dass das Gleiche für den Erfinder des TyreWiz gilt: QUARQ. Der Powermeterhersteller erobert messtechnisch neue Bereiche und hat sich den Reifendruck vorgenommen. Und so ist die Kooperation zustande gekommen, die den 3ZERO-Moto-Laufradsatz mit völlig neuen Möglichkeiten auf den Trail schickt. Das wollte sich Kevin genauer ansehen.

Ein MTB-Laufradsatz von Zipp

„Zipp ist zwar schon lange im Laufradsektor unterwegs, aber bis vor kurzem nur auf der Straße. Endlich wagt man sich also an MTB-Laufräder. Und bringt natürlich auch hier direkt sein Leichtbau-Knowhow an den Start. Und hat direkt mal eine elektronische Komponente aus dem Firmenuniversum integriert: TyreWiz, ein elektronischer Luftdruckmesser, der fest installiert ist beim Ventil bzw. dieses genauer genommen ersetzt – eine sinnvolle Anschaffung oder nur Spielerei?

3ZERO Moto

Vorab ein paar Eckdaten. Der Laufradsatz, den ich zum Testen bekam, hat 27,5 Zoll, ist tubeless ready und hat Boost-Standard. Zipp setzt bei der Felge auf Carbon – Nabenkörper, Freilauf und Nippel sind aus Aluminium gefertigt, die Speichen aus Edelstahl. Der ganze Laufradsatz kommt auf lt. Zipp auf 1825 g. Wie von Zipp nicht anders gewohnt, merkt man sofort die hochwertige Verarbeitung. Die Felge wirkt sehr robust und ich hatte keine Angst, dieses Carbon-Meisterwerk kaputt zu fahren. Sie ist innen schön breit (30 mm Innenweite) dadurch liegen auch breite Reifen schön rund auf der Felge. Die Zipp-Naben laufen rund und haben kein Spiel, die Freilauf-Lautstärke ist geringer als bei Newmen zum Beispiel. Im übrigen war ich die ganze Zeit tubeless unterwegs!

Beim 3ZERO Moto stechen zwei Dinge besonders hervor: Zum einen ist das der ‚Knöchel‘-Effekt. Zipps Theorie dahinter lautet: Geht ein Läufer in eine scharfe Kurve, beugt sich der Knöchel auf natürliche Weise und sorgt dafür, dass die Standfestigkeit erhalten bleibt. Die Felge tue das Gleiche, so Zipp: Sie biege sich leicht und erhöhe so die Traktion.

Und in der Tat: Gefühlt hatte ich mehr Grip. Ob das jetzt an der Bauart der Felge liegt, also am ‚Knöchel‘-Effekt, oder an der Tatsache, dass ich mit weniger Luftdruck als üblich gefahren bin, sei mal dahingestellt. Sicherlich ist es ein Zusammenspiel. Die Laufräder nehmen in jedem Fall weniger Vibrationen auf, das spürt man. Und das schlägt sich eben auch in einer verbesserten Traktion nieder.

Bei gut 400 km, die bei den Testfahrten auf meinen Hometrails, im Bikepark und bei einem Enduro-Rennen zusammen kamen, hatte ich keine Pannen, Probleme oder komisches Verhalten der Laufräder, ganz im Gegenteil, sie waren sehr verlässlich und wiesen keine Schläge auf.

Der TyreWiz: Spielerei oder wirklich nützlich?

Kommen wir zur zweiten Besonderheit der 3ZERO-Moto-Laufräder: dem TyreWiz. Das Ding ist im Ventil installiert und sendet via Bluetooth 4.0 LE die Luftdruckwerte. Es ist unkompliziert in der Handhabung, da es eine hohe Batterielaufzeit hat (300 Stunden) und die Batterien zudem leicht zu tauschen sind. Der TyreWiz ist staub- und wasserdicht (Schutzklasse IP67), darum muss man sich keine Sorgen machen. Ich hatte keine Probleme mit Staub oder Regen, also keine Ausfälle, und die erste Batterie ist auch noch drin.

Ausgelesen und eingestellt wird der TyreWiz via App. Diese ist leicht verständlich und übersichtlich gestaltet. Es gibt sogar zwei App-Möglichkeiten: Einmal direkt die TyreWiz-App und dann auch noch die SRAM-AXS-App, welche die Daten auch anzeigen kann. Das kommt natürlich daher, dass der TyreWiz auch zur AXS-Familie gehört und sozusagen dieselbe Sprache spricht, AXSisch eben. Aktuell ist keine Übertragung auf Radcomputer möglich, das ist zumindest mein Kenntnisstand.
Der Apparat an sich verfügt über eine praktische LED-Anzeige. Der Luftdruck wird per App kontrolliert, während der Fahrt zeigen die LEDs den Zustand an. Man kann einen Bereich programmieren, der dann grün angezeigt wird, unterstreitet der Luftdruck den eingestellten Bereich, blinkt die LED rot. Und das war es auch schon.

Zipp-Laufräder mit Gadget – ein Resümee

Ich bin ehrlich gesagt zwiegespalten. Unser Beziehungsstatus würde bei Facebook lauten: Es ist kompliziert. Einerseits: Es ist der beste Laufradsatz, den ich je gefahren bin! Das steht fest. Und dennoch bin ich nicht zu 100 Prozent überzeugt. Und zwar aus folgenden Gründen: der Preis – und in Bezug auf den TyreWiz bin ich mir auch nicht sicher.

Alu-Laufradsätze ab ca. 600 € sind schon so gut, dass sie mithalten können. Die modernen Alu-Varianten sind so leicht, steif und robust, dass man den Aufpreis schwer überlegen muss. So mancher Alulaufradsatz der Konkurrenz ist gar leichter – allerdings haben die natürlich keine Knöchel-Technik. Der Effekt ist da – aber ich kann natürlich nicht mit Sicherheit sagen, wie stark er ist. Solche Aussagen kann man nur unter Laborbedingungen machen.

Zum TyreWiz: Ja, es ist ein nützliches Tool für ambitionierte Racer. Dank der genauen Anzeige auf dem Smartphone habe ich öfter mit meinem Luftdruck gespielt und ich konnte mein Fahrerlebnis verbessern. Gerade wenn man tubeless unterwegs ist, macht das Spaß, weil man weiter nach unten gehen kann. Aber es bleibt auch Spielerei, das lässt sich nicht leugnen. Aber dennoch: Die 3ZERO Moto mit TyreWiz haben es mir angetan …“

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