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Kevin testet … Stan’s NoTubes Arch MK3 Laufradsatz & Race Sealant

Tubeless – das Thema lässt die Mountainbiker nicht los! Aber das ist ja auch verständlich. Positiven Fahreigenschaften stehen Probleme beim Montieren und Wechseln entgegen, die vermeintliche Dichtmilch-Sauerei ist gefürchtet. Zudem sind viele der Meinung, ohne Kompressor setzte sich der Reifen eh nicht ordentlich auf die Felge. Der Überzeugung sind – neben Kevins Bike-Kollegen – nach wie vor viele MTBler. Noch scheut man sich also vor der Reifenmontage in Verbindung mit einer Dichtmilch, jedoch ist die Tubeless-Montage mittlerweile einfacher geworden. Diese Behauptung schreit natürlich nach einem Test! Das Thema Tubeless und Dichtmilch haben wir bereits mit Bungi an anderer Stelle etwas näher betrachtet. Deswegen geht’s einen Schritt weiter und wir schauen uns direkt ein ganzes Tubeless-System an, sprich, testen direkt den ganzen Laufradsatz!

Auf einen Blick

Kann Stan tubeless einfach besser? Wir haben es hier ja nicht mit irgendwem zu tun, sondern mit Stan the Man und seiner Unternehmung. Und nicht umsonst trägt diese Firma es bereits im Namen – die schlauchlosen Pioniere von Stan’s NoTubes haben mit den MK3-Laufradsätzen die 3. Evolutionsstufe ihrer bewährten Tubeless-Klassiker auf den Markt gebracht und definitiv überzeugende Arbeit geleistet. Die MK3-Reihe ist breiter, leichter und steifer als die Vorgänger und besitzt die patentierte Felgenhaken-Konstruktion BST (Bead Socket Technology). Ein deutlicher Schritt in der Evolution der Tubeless-Felgen.

Dass es nur von Vorteil sein kann, wenn das gesamte Tubeless-System aus einem Haus stammt – bis zur Dichtmilch – liegt auf der Hand. Bei Stan’s NoTubes zahlt es sich aus – und zwar für beide, für Stan und den Fahrer! Die Montage war noch nie so einfach, das gesamte System ist einfach ausgereift. Die Arch-Laufräder verbinden geringes Gewicht mit maximaler Stabilität, sind robust und laufen richtig gut.

Stan’s NoTubes Arch MK3 Trail und Race Sealant

Stan’s NoTubes: Tubeless aus einer Hand

Bei den MK3-Laufradsätzen ist für jeden etwas dabei – Stichwort „Wideright“! Stan the Man empfiehlt, den Laufradsatz nach der bevorzugten Reifenbreite auszuwählen. Für schnelle XC-Fahrer eignen sich am besten Schlappen zwischen 2.0“ – 2.25“ Zoll Reifenbreite. Das wären dann die Crest-MK3-Laufräder, mit 1528 g in 27.5“ sowie etwas mehr Gewicht mit dem größeren 29“-Durchmesser: 1592 g.
Für All-Mountain-Fahrer – mit Hang zu Trail- und Enduro-Action – hat Stan’s NoTubes die Arch MK3 konzipiert, Reifenbreite von 2.25“ bis 2.5“. Diese Ausführung bietet die perfekte Balance zwischen Stabilität und Gewicht (27.5“: 1697 g – 29“: 1770 g) Für den Downhill- und Enduro-Einsatz steht der Flow MK3, 2.35“ - 2.5“ Reifenbreite, bereit.

Naben-Schau

Alle Laufradsätze sind mit Stan's Neo Naben ausgestattet: Die Grundlage dieser hochwertigen Komponenten sind CNC-gefräste Nabenkörper. 6 Sperrklinken bringen die volle Power aufs Laufrad, der Freilauf kann leicht ausgetauscht werden – wer diese Hightech-Laufräder erstehen möchte, kann aber natürlich zwischen einem Shimano-Freilauf oder einem xD Driver (SRAM) wählen. Die Nabe ist 3-fach industriegelagert und hochwertig verarbeitet, was sie langlebig und robust macht. Weiterer Pluspunkt: Ein werkzeugloser Service ist möglich, da keine geschraubten Teile verbaut sind.

Der Arch MK3 im Test – Kevins Eindrücke

„Ich habe mich bei dem Test für den Arch MK3 in 27.5“ entschieden, da ich gerne lange Trail-lastige Touren fahre, bei denen es auch mal etwas aggressiver zugeht. Aber auch das geringe Gewicht von nur 1770 g für den Laufradsatz spielte eine Rolle.“

Stan’s NoTubes Arch MK3 Trail Laufrad
Weiterentwickeltes Felgenbett: Mit der BST-Technologie sitzt der Tubeless-Reifen perfekt.

„Der Arch-MK3-Satz wird mit zwei Tubeless-Ventilen und bereits abgeklebten Felgen ausgeliefert. Was sofort auffiel: die BST-Technologie! Mit BST ausgerüstete Felgen sind in der Felgenhöhe 2 - 4 mm kürzer als konventionelle Modelle. Die flacheren Seitenwände ermöglichen es dem Reifen, leichter seine eigentliche Form und Größe anzunehmen. Außerdem verfügt diese Konstruktion nicht über Felgenhaken, dadurch wird Gewicht eingespart. Zudem ist die Felgeninnenweite einfach größer, was wiederum die Stabilität des Reifens verbessert.

Die Montage gestaltete sich erstaunlich leicht: Felgenband ist drin, man muss ‚nur‘ noch die Ventile durch das Ventilloch schieben, den Reifen (ohne Schlauch ☺) aufziehen und – Achtung: sehr wichtig! – auf einer Seite des Felgenbetts einen Spalt für die Dichtflüssigkeit offen lassen. Bei einem 27,5“-MTB-Reifen empfiehlt Stan, ungefähr 70 - 90 ml Dichtflüssigkeit einzufüllen. Nun muss der Reifen kompelett über die Felge gezogen werden. Dann geht’s ans Pumpen und ‚Reifensetzen‘!“

Stan’s NoTubes Race Sealant
Das Race Sealant sollte nicht über das Ventil eingefüllt werden, sondern in den unmontierten Reifen „geschüttet“ werden!

„Viele greifen jetzt zu einem Kompressor, um den Reifen einem kräftigen Luftstoß auszusetzen, damit er sich ordentlich setzt und keine weitere Luft entweichen kann. Ich habe es aber mit einer großvolumigen MTB-Fahrradpumpe geschafft (JoeBlow Mountain Standpumpe), einfach einmal ordentlich pumpen und der Reifen ‚ploppt‘ auf die Felge. Danach das Laufrad hoch heben und langsam drehen, damit sich die Dichtflüssigkeit gut verteilt und alles luftdicht verschließt. Man merkt, dass Stan's NoTubes die Tubeless-Geschichte eben von einem ganzheitlichen Standpunkt aufzieht: Der Reifen springt insgesamt einfach besser auf die Felge.

Ich habe Tubeless-Reifen (gewöhnlich ‚Tubless Ready‘ genannt) der Marken Maxxis und Schwalbe ausprobiert: Bei beiden gab es keine Probleme mit der Montage, beide haben sich zuverlässig ins Tubeless-System gefügt. Ich denke, eine große Standpumpe ist die Mindestanforderung, drunter wird's schwierig. Mittlerweile bieten einige Hersteller spezielle Tubeless-Pumpen (z.B. Topeaks JoeBlow Booster & Chamber Tubeless von Blackburn) an, die über ein Luftzylinder verfügen, in dem Druck aufgebaut werden kann, um dann viel Volumen auf einmal in den Reifen pumpen zu können. Aber auch andere Lösungen stehen zur Verfügung: Der Reifenspezialist Schwalbe beispielsweise hat mit dem Tire Booster ein interessantes Helferlein am Start.“

Eine Frage der Dichtflüssigkeit

„Zur Wahl standen 2 Mittel: Stan’s Tire Sealant sowie das Race Sealeant. Letzteres verfügt über doppelt so viele Latex-Dichtpartikel und hat zusätzlich noch sogenannte ‚XL-Partikel‘, die für ein besseres Dichtergebnis sorgen. Sie dichten auch größere Löcher und Risse im Reifen zuverlässig ab, also genau das Richtige für ambitionierte Racer und Tourenfahrer. Die XL-Teilchen sind auch deutlich im Sealant zu erkennen.

Doch das hat leider auch Nachteile: Das dickflüssigere Sealeant kann nicht über das Ventil eingefüllt werden, denn die Dichtpartikel könnten dieses verstopfen. Außerdem bleibt es nicht so lange flüssig wie das Tire Sealant. Stan’s NoTubes empfiehlt, das Race Sealant bei der Reifenmontage direkt in den Reifen einzufüllen (also besser gesagt hineinkippen ...). Das ist meiner Meinung nach aber kein großes Problem, da das Draufziehen der Reifen auf Stan’s Arch-Felgen auch ohne Kompressor völlig problemlos ist. Aber klar, die Haltbarkeit ist eben auch ein Thema. Beim Race Sealant wird sie mit 2 bis 4 Monaten angeben, in meinen Reifen ist das Race Sealant nach 5 Monaten testen noch nicht verklumpt und dichtet noch sehr gut ab. Halt also länger als vom Hersteller angegeben: Was will man mehr?

Das Race Sealant ist für größere Löcher deutlich effektiver als die Standard-Dichtmilch, aber auch ein bisschen teurer! Die Race-Variante ist also eher für den ambitionierten Racer oder Tourenfahrer, der sich im Rennen keine Panne leisten kann.“

Eine runde Sache

„Mit der Arch-Ausführung präsentiert Stan's NoTubes einen ausgereiften Tubeless-Laufradsatz, der die perfekte Mischung aus wenig Gewicht und großer Stabilität bietet. Für meinen beschriebenen Einsatzzweck sind sie eine super Wahl: gute Fahreigenschaften auf dem Trail, bergauf leicht genug, hohe Robustheit. Auch nach vielen Kilometern kann ich kein Spiel bei den Speichen feststellen, die Speichenspannung ist gut. Das ist ein Beleg für das Funktionieren des Gesamtsystems.

Über die Vorteile des Tubeless-Fahrens haben wir uns ja eh schon ausgelassen: weniger Luftdruck möglich, also mehr Grip und Traktion, nicht so anfällig für Pannen. Die Tubeless-Kinderkrankheiten sind eliminiert, die Montage ist leichter als jemals zuvor. Auch das Dichtmittel ist super, Stan macht eine faire Angabe zur Haltbarkeit: eher zu kurz als zu lang. Die Angst vor Pannen ist bei mir vollkommen verschwunden und einen Ersatzschlauch habe ich bei kleineren Touren nicht mehr dabei. Auch den Fahrkomfort, nur möglich mit tubeless, möchte ich nicht mehr missen.“

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