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Guido testet … ABUS GameChanger Rennradhelm

ABUS steht für Sicherheit in Sachen Fahrrad – die Schlösser der traditionsreichen deutschen Marke sichern Räder vor Diebstahl, und die Helme der 1924 gegründeten Firma schützen die Köpfe von Radfahrern. Wie sehr ABUS dem Radsport verhaftet ist, wird auch durch das Engagement als Sponsor deutlich: So ziert der GameChanger die Köpfe der Radprofis des Movistar Teams. Diese sind es auch, die dem Helmspezialisten wertvolles Feedback für die Weiterentwicklung geben und die Helme auf höchstem Niveau testen. Der GameChanger ist ABUS' aktueller Top-Helm – mit einer UVP von 199,95 € spielt er in der oberen Liga der Helme. Liefert er auch eine entsprechende Performance ab? Kann er das große Versprechen seines Namens halten?

ABUS GameChanger test

GameChanger auf einen Blick

Mit dem GameChanger lässt sich auf jeden Fall ein sicherer Sitz auf dem Kopf erzielen – das Wichtigste bei einem Sturz. Er ist merklich sehr aerodynamisch, vernachlässigt die Belüftung aber nicht. Sie ist für einen derartig windschnittigen Rennradhelm in Ordnung, wobei er schon ordentlichen Fahrwind braucht. Aber so ein Aero-Rennradhelm ist ja von Natur aus schnell unterwegs. Er bringt mehrere kleine Highlights mit: Riemen ohne Clip am Ohr und ganze 2 Möglichkeiten zum Halten der Brille, eine davon sogar aerodynamisch günstig. Das macht einen Aero-Helm für den täglichen Einsatz letztlich wirklich aus. Beim Gewicht spielt er bei den Top-Helmen mit, aber es gibt leichtere Kopfschützer. Das Verhältnis von Preis und Leistung ist damit vollkommen okay: Unter den Top-Rennradhelmen – zu denen er auf jeden Fall gehört – sortiert er sich preislich am unteren Ende ein.

Guidos Game

„Vorab: Ein Helmtest bei uns bedeutet nicht, dass wir einen Crashtest machen – das überlassen wir den zuständigen Experten. Der GameChanger erfüllt in dieser Hinsicht natürlich alle Normen, sonst würden wir ihn gar nicht testen. Aber so einen Fahrradhelm machen ja auch noch ganz andere wesentlich Faktoren aus:

  • Passform & Sitz
  • Verschlusssystem
  • Gewicht
  • Belüftung
  • Aerodynamik
  • Design

Die Testbedingungen hätten besser nicht sein können: Hitze um die 30 °C.“

Ab aufs Rad

„So einfach und bequem war für mich noch kein Helm in Betrieb zu nehmen: aufsetzen, Weite einstellen, losfahren. Daher geht es auch direkt mit Passform und Sitz los: Beim GameChanger erfolgt die Fixierung über ein Gestell am Hinterkopf, einstellbar mit einem gerasterten Rädchen, sowie der Riemenkonstruktion – letztlich wie bei den meisten Helmen. Das Gestell ist anatomisch geformt, das Rädchen und die Rasterung sind hochwertig und versprechen einen langlebigen Einsatz. Das Verstellsystem lässt sich sehr fein justieren, was eine exakte Einstellung auf den Kopfumfang ermöglicht. Im vorderen Bereich sind dünne Polster positioniert. Die Polster sind nicht einzeln eingeklebt, sondern bilden einen Verbund. Sie sind austauschbar und direkt verbunden mit dem hinteren Gestell zur Fixierung auf dem Kopf. Das ergibt insgesamt einen guten Halt. Sie sind sehr dünn, dadurch saugen sie sich nicht so voll.

Eine Neuerung sind die Riemen: ABUS nennt das FlowStraps – sie flattern nicht im Wind, denn sie verfügen über ein besonderes Profil, um das zu vermeiden. Die hautfreundlichen Gurte brauchen kein Verstellsystem am Ohr, sprich keinen Clip, der die Gurte splittet bzw. zusammenführt. Stattdessen sind sie vernäht – diejenigen, die die Clips schon immer störten – ich gehöre dazu :-) – werden sich freuen. Das Verschlusssystem tut, was es soll: Die Riemen sitzen gut, stören nicht, auch wenn der Helm ordentlich festgeschnallt ist. Das ist sehr wichtig: Immer wieder sehe ich Radfahrer mit sehr losen Riemen, wahrscheinlich aus Gründen der Bequemlichkeit. Aber dann bringt der Helm nicht wirklich was, bei einem Sturz würde er verrutschen und kann seine eigentliche Arbeit gar nicht verrichten.“ABUS GameChanger test detail

„Ein wichtiger Aspekt eines Rennradhelms ist natürlich das Gewicht: Die Herstellerangabe von 270 g kommt hin. Bei meiner Messung in Größe M kam ich auf 268 g. Im Vergleich zu den Top-Helmen anderer Hersteller ist das auch ganz in Ordnung: Giros Synthe MIPS kommt auf ca. 254 g, POCs Ventral Spin liegt mit 248 g ähnlich – einzig der Protone von KASK bewegt sich in einer anderen Sphäre: ca. 215 g. Aber: Die aufgezählten Helme sind keine ausgewiesenen Aero-Helme, daher auch nicht vollends vergleichbar. Wem es allerdings um das reine Gewicht geht, der ist gerade mit dem Protone besser bedient.

Kommen wir zur Aerodynamik: Das ist die Paradedisziplin des GameChangers – das Design erinnert immerhin eher an einen Zeitfahrhelm. Und ABUS verspricht großes: Durch das Multi Position Design werde eine optimale Aerodynamik unabhängig von der Kopfneigung erzielt. Außerhalb eines Windkanals lässt sich das am ehesten über die Geräuschentwicklung nachvollziehen. Diese war je nach Geschwindigkeit unterschiedlich. Die Lautstärke steigerte sich naturgemäß zwischen 30 und 60 km/h. Doch wenn man bei hohen Geschwindigkeiten die Kopfhaltung normal ausrichtet, ist der Helm eher leise – jedenfalls leiser als alle Helme, die ich zuvor getragen habe. Und leise bedeutet in diesem Kontext ganz klar aerodynamisch, denn das, was man hört, sind ja die Geräusche des Windwiderstands.

Ein spezielles Feature hat sich ABUS für die Radbrille ausgedacht: Die Möglichkeiten zum Zwischenparken! Vorne (Front Eyewear Dock) kann sie sicher verstaut werden – um aber aerodynamisch nicht zu stören, kann man sie auch hinten (nennt sich AirPort) eingesteckt werden. Hier ist extra eine Führung für die Bügel, somit sitzt die Brille sicher. Coole Sache!

Kommen wir zum Thema Belüftung. Da ich beim Training eigentlich bei jedem Wetter immer viel schwitze, bei dieser Hitze sowieso, war ich eher skeptisch, denn das aerodynamische Design macht nicht den Eindruck, dass es eine wirklich gute Belüftung zulässt. Bei meiner Ausfahrt stieg das Thermometer auch schnell auf fast 30 °C: Die perfekte Gelegenheit, um Lüftung und Hitzeentwicklung zu testen. ABUS' Lösung dafür nennt sich Forced Air Cooling Technology. Das System lenkt die Luft an den aerodynamisch günstigen Stellen in den Helm und lässt sie so zirkulieren, dass der Kopf dank der durchströmenden Luft genug Kühlung erfährt. Anders als erwartet, hatte ich mit dem GameChanger kein größeres ‚Schweißproblem‘. Ganz im Gegenteil: Mit dem GameChanger habe ich nicht das Problem, das ich bei anderen Helmen hatte. Der Schweiß sammelt sich nicht so stark an der Stirnseite, wie ich das bisher gewohnt war. Insgesamt war’s mir unter dem Helm nicht zu warm, was sonst häufig der Fall war. Klar ist aber auch: Der Helm braucht den Fahrtwind zum Kühlen. In langen Bergauf-Passagen könnte es schon warm werden.

ABUS GameChanger test detail

Dem GameChanger hat ABUS wirklich eine neues, sehr individuelles Design verpasst, beinahe schon futuristisch. Er sieht aus wie eine Kreuzung von Zeitfahrhelm und normalem Rennradhelm. Neben großen geschlossenen glatten Flächen ist er durchzogen von Lufteinlässen und verfügt – aus der seitlichen Perspektive gut sichtbar – über eine Art Spoiler, der als Luftauslass und aerodynamisches Element zugleich agiert. Das Design ist damit womöglich ein wenig gewöhnungsbedürftig.“

Ist dieser Helm ein GameChanger? Guidos Fazit

„Aber genau diese neue Form bringt die aerodynamischen Vorzüge und gleichzeitig eine gute Belüftung mit. Ich war jedenfalls zufrieden, die Kühlung am Kopf war bei den sommerlichen Temperaturen ausreichend. Die Geräuschentwicklung hielt sich auch bei hohen Geschwindigkeiten angenehm in Grenzen, was in Bezug auf den Windwiderstand eine gute Performance andeutet. Das Gewicht geht in Ordnung, ich empfinde ihn als sehr leicht – wie beschrieben, gibt es aber leichtere Rennradhelme.

Die Passform ist gut, der Helm sitzt sicher. Das Verschlusssystem funktioniert gut und macht einen robusten Eindruck. Zudem: Riemen ohne Clip am Ohr! Die dünnen Polster tragen sich angenehm, und der GameChanger bringt auch noch ein Highlight in Sachen Brillenhalterung mit. Das Design verfolgt einen Sinn, ist aber dennoch natürlich Geschmackssache: Ich fand den Helm von Anfang an sehr schick und auch die rote Farbwahl gefällt mir nach wie vor gut. Es ist aber ein kräftigeres Rot als es bei den Produktbildern von ABUS rüberkommt – auf den selbst geschossenen Bildern sieht man das ganz gut.

Im Feld der Top-Helme bewegt er sich mit einer UVP von 199,95 € an unteren Ende. Aktuell kostet er 179,95 € bei uns, womit er alle Rennradhelme dieser Preisklasse schlägt. Damit gehen Preis und Leistung wirklich vollkommen in Ordnung!“

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